Auf dem Weg in ein neues hölzernes Zeitalter

Amtsblatt-Artikel Nr. 706, 27.10.2017

„Seit Jahren weisen insbesondere Forstleute auf die positiven Wirkungen des umweltfreundlichen Rohstoffes Holz hin. Anlässlich der Beratungen des Gemeinderats zum Klimaschutz konnten wir in dieser Woche gemeinsam mit anderen Fraktionen Anträge zum Thema Holz umsetzen“, berichtet Walter Krögner, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Dabei ging es vor allem um die Förderung des Rohstoffes Holz als Baustoff und damit verbunden um die stärkere Bewerbung des Holzbaus.

Holz der umweltfreundlichste Bau- und Rohstoff

Das städtische Forstamt hat es einmal berechnen lassen: Durch das Wachstum des Freiburger Stadtwaldes und die anschließende Nutzung des Holzes werden jährlich 62.600 Tonnen CO2 gespeichert bzw. vermieden. Das entspricht etwa 3,5% des gesamten städtischen CO2-Ausstoßes. Was zunächst nicht nach viel klingt, ist aber angesichts des Umstandes, dass wir bei der CO2-Reduktion auf der Stelle treten, ein wichtiger Beitrag.

Von den positiven Aspekten des Holzbaus konnte sich eine Delegation des Gemeinderates auf einer Exkursion in den Bregenzer Wald überzeugen. 70-80 % aller Neubauten werden heute dort aus Holz gebaut. Damit leistet Vorarlberg einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, aber auch zur Ästhetik. Das war auch dort nicht immer so. Doch das Vorarlberger Architektur-Institut griff auf altes Wissen zurück und verband dies mit modernen Techniken und machte damit Holz zum zeitgemäßen Baustoff.

Freiburg kann das auch! – Freiburg muss mehr tun

Anders als in anderen Städten (Wien, München, Lörrach) gibt es in Freiburg kaum markante Gebäude aus jüngerer Vergangenheit. Deshalb erhoffen wir uns viel von der Aufbereitung unserer Arbeitsaufträge an die Stadtverwaltung:

Mit der Verwendung von Holz als Baustoff bleibt uns eine Menge zusätzliches CO2-in der Atmosphäre erspart. Deshalb gilt es, diesen Rohstoff zu fördern – in Hamburg und München geschieht dies bereits. Die Fraktionen haben deswegen die Verwaltung beauftragt, eine finanzielle Förderung  bei Holzbauprojekten  zu schaffen.

Die Holzverwendung soll durch Werbung mehr Aufmerksamkeit erhalten. Ein Baustein ist nach unserem Vorschlag ein Wettbewerb für vorbildliche Holzbauobjekte in der Stadt. Außerdem wünschen wir uns, dass vergleichbar zum Cityguide zu außergewöhnlichen Gebäuden eines Tages ein Stadtplan zu sehenswerten Holzgebäuden in Freiburg erstellt wird.

"Die Stadt muss als einer der wichtigsten Akteure im Baugeschäft mit großem Waldbesitz und Holzproduktion mit gutem Beispiel vorangehen" fordert Walter Kröger, "und im konstruktiven Bau, bei Fassaden und im Innenausbau wesentlich stärker auch den Bau- und Werkstoff Holz einfordern."