Ein provoziertes Scheitern? Bürgermeisterin lässt ArTik im Regen stehen

Gemeinsame Pressemitteilung der Gemeinderatsfraktion und des Kreisverbands Freiburg

Nur ein paar Tage nach dem Umzug in das neue Gebäude, kommt für das Jugend- und Kulturzentrum ArTik e.V. bereits der Rausschmiss. Die Freiburger SPD ist entsetzt vom Vorgehen der zuständigen Bürgermeisterin Gerda Stuchlik. „Wenn man das ArTik nicht will, dann hätte man das gleich sagen müssen, um nicht kurz nach dem Umzug aus Kostengründen das Aus zu zementieren. Wenn nun ein erfolgreiches Jugendprojekt, das viel Anerkennung für seine Arbeit bekommen hat, erst einmal wieder mit nichts dasteht, dann geht das auf das Konto der verantwortlichen Bürgermeisterin“, beklagt der SPD-Kreisvorsitzende Julien Bender.

In den alten Räumen unter dem Siegesdenkmal konnte das ArTik wegen der Umgestaltung des Rotteckrings nicht bleiben. Seit vielen Monaten wurde daher fieberhaft auch mit engagierter Unterstützung vieler Gemeinderäte nach neuen Räumen gesucht. Am Ende wollte sich die Verwaltung auf einen möglichen Standort beschränken, das ADAC-Gebäude am Karlsplatz. „Nun zeigt sich, dass es ein großer Fehler war, nicht weitere Optionen zu prüfen“, erklärt die Vorsitzende der SPD-Fraktion Renate Buchen. Die Verwaltungsspitze will das Projekt nun auf Eis legen, da die Umbaumaßnahmen 900.000 Euro teuer werden würden. „Diese enormen Kosten hätten der Stadtverwaltung bereits bei den ersten Begehungen auffallen müssen. Dann wäre auch klar gewesen, dass man weitere Optionen im Blick halten muss“, führt Renate Buchen weiter aus. 

Stadträtin Julia Söhne, lange Zeit selbst im ArTik aktiv, ergänzt: „Wir finden es schade, dass mit der Jugend so umgegangen wird. Das ArTik hat in der letzten Zeit deutlich gemacht, wie wichtig es für die Stadt ist. Junge Menschen brauchen in unserer Stadt Freiräume, ArTik hat dies mit seinem vielfältigen Angebot geleistet. Gerade Orte für junge Menschen sind in der Innenstadt kaum vorhanden, wir sollten dafür kämpfen, dass hier ein Freiraum entsteht.“

Nach Meinung der SPD-Stadträtin Julia Söhne ist die Verwaltung um Stuchlik nun im Zugzwang: „Aus dem Gemeinderat kam das deutliche Signal, wie wichtig das ArTik für unsere Stadt ist. Nun müssen auch entsprechende Alternativen gefunden werden, damit es für die Jugendkultur in Freiburg weitergehen kann.“ Der Kreisvorsitzende Julien Bender wirft in diesem Zusammenhang auch noch einmal die Frage nach der Verantwortung der Freiburger Stadtbau (FSB) auf. Das Gebäude gehört der FSB. Es ist nun auch eine Frage, ob das Gebäude meistbietend vermietet wird, oder ob das städtische Unternehmen seine Liegenschaften auch dazu nutzt, die Stadt zu gestalten. „Ich bekomme immer wieder die Rückmeldung, dass Veranstaltungsräume und Gruppenräume in der Stadt absolute Mangelware sind. Da muss man sich dann schon überlegen, wie Gebäude der FSB auch in diesem Zusammenhang genutzt werden können.“