„Endlich hat die GAGFAH ein Gesicht“

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 609

Wer sich derzeit nach Weingarten in die Bugginger Straße begibt, kann dort einige Bautätigkeiten beobachten: Das Hochhaus mit der Hausnummer 2 wird mit Hochdruck saniert und die Evangelische Hochschule baut ein neues Hörsaal-und Büro-Gebäude. Der Umbau der Adolf-Reichwein-Schule steht an. Weingarten-West wird sein Gesicht also verändern. Und seit neuestem gibt es noch eine weitere Baustelle: Das Gebäude der Bugginger Str. 46 mit seinen 26 Wohnungen wird modernisiert und instand gesetzt. Am kommenden Dienstag hat der Gemeinderat über die Mitfinanzierung zu beschließen. Dies ist insofern eine Besonderheit, als es sich bei diesem Gebäude nicht um eines der Freiburger Stadtbau handelt, sondern im Eigentum der GAGFAH steht. Diese hat im Frühjahr den Mieterinnen und Mietern angekündigt, das Haus modernisieren zu wollen, was eine Mieterhöhung von rund 36 % zur Folge gehabt hätte. Verständlich, dass sich die Mieter wehrten und sich an den Oberbürgermeister und an die Gemeinderatsfraktionen wandten. 

Die SPD-Fraktion hat daraufhin den Oberbürgermeister aufgefordert, „alle Möglichkeiten zu prüfen und auszuschöpfen, damit die Mieterhöhung für die Betroffenen tragbar bleibt“ wie die Beschlussvorlage richtig zitiert. Hierunter gehört auch die Möglichkeit, die GAGFAH dazu zu bringen, die Fördermöglichkeiten des Programms „Soziale Stadt“ abzurufen. Diese zeigte bisher daran wenig Interesse, weil die Bezuschussung an Bedingungen geknüpft ist, die wohl den wirtschaftlichen Zielen der Firma widersprechen. Bürgermeister Ulrich von Kirchbach gelang es dankenswerterweise, die Verhandlungspartner zu überzeugen: Wenn der Gemeinderat am kommenden Dienstag die dringend notwendigen Modernisierungen beschließt, werden diese nun mit einer sozialverträglichen Mietsteigerung durchgeführt werden können. 

„Der Kampf hat sich diesmal gelohnt und die GAGFAH hat endlich ein Gesicht bekommen“ resümiert Renate Buchen, Fraktionsvorsitzende. Dass sich Beharrlichkeit im politischen Ringen mit den großen Wohnungsunternehmen irgendwann auszahlen kann, hat sich auch schon bei anderen Bemühungen, etwa in Weingarten-Ost mit der Deutschen Annington bewährt.