Es wächst und wächst und wächst

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 553

Freiburg, 03.06.2011

Freiburg wird bis 2040 weiter wachsen Bei der Verabschiedung des bisherigen Baureferenten Norbert Schröder-Klings, dem die SPD-Fraktion an dieser Stelle für seine Arbeit dankt und für seinen Ruhestand alles Gute wünscht, wurden einmal mehr beide Seiten der Diskussion um die Zukunft der Siedlungsentwicklung in Freiburg offenbar: Einerseits das immer gleich lautende Credo der Stadtverwaltung, die zu bebauenden Flächen beim aktuellen Flächennutzungsplan dank des Innenentwicklungspotenzials der Stadt Freiburg spürbar zu reduzieren. Das sei deshalb gut, da das Wachstum Freiburgs ja spätestens in den nächsten 5 bis 10 Jahren stagniere: Diesen Satz bekommt man mittlerweile seit rund 20 Jahren zu hören. Dem steht entgegen, was der Gastreferent Klaus Beckmann, Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik, erklärte: Das Wachstum der Bevölkerung in Freiburg wird mindestens bis 2040 weitergehen und nicht – wie ursprünglich angenommen – 2020 enden. Das hat weitreichende Folgen für die Infrastruktur unserer Stadt und besonders auch für die Frage:
Wo sollen diese Menschen alle wohnen?

Unsere Stadt und unsere Region sind Wachstumsregionen. Jedoch anders als in München oder Stuttgart gibt es auch eine große Zahl an weniger gut bezahlten Tätigkeiten, was zur Folge hat, dass wir in Freiburg auch eine ausreichend hohe Zahl preisgünstiger Wohnungen benötigen. Früher war es ungeschriebenes Gesetz, dass eine Monatsmiete einem Wochenlohn entsprechen solle, also 25 Prozent des Monatseinkommens. Für viele Menschen in unserer Stadt ist das eine fromme Wunschvorstellung. Die Stadt muss deshalb alles unternehmen, um genügend Wohnungen zur Verfügung zu stellen, um dadurch den Markt zu entspannen. Durch Sicherung und Schaffung preisgünstiger Wohnungen in begüterten Quartieren ist die soziale Mischung zu erhalten und zu fördern. Die neue Landesregierung steuert bei der Wohnraumförderung in Richtung stärkerer Förderung des Mietwohnraums um. Das allein wird nicht reichen, um die angeführten Anforderungen umsetzen zu können. Deshalb muss die Stadt ihre restriktive Ausweisungspolitik für die Bebauung mit Wohnungen hinterfragen und wahrscheinlich auch modifizieren. „Wir müssen zukunftsorientierte Antworten geben, die die Wohnbedürfnisse der Menschen von heute und morgen im Blick haben. Mit der Ideologie der Nachverdichtung um jeden Preis kommen wir nicht weiter“, so Walter Krögner, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.