Flächen für Wohnungsbau: Ausgewogen?

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 661

Am 15. Dezember wird der Gemeinderat über neue Bauflächen für den Wohnungsbau entscheiden. Gemeint sind natürlich Bauflächen, die den größten Mangel in der Stadt beheben sollen: preiswerte Wohnungen. Die Flächenknappheit ist so groß, dass jetzt auch Teile des Mooswaldes und der Dreisamwiesen zur Disposition gestellt werden. Die vorgeschlagenen fünf Flächen machen ein Problem Freiburgs sichtbar: der Bedarf des am meisten nachgefragten preiswerten Wohnungsbaus kann (fast) nur auf städtischen Flächen erfüllt werden. Alle vorgeschlagenen Flächen vereint eines: sie sind schwierig zu entwickeln und somit auch nicht gleichzeitig zu bebauen.

Weiterhin hat die Stadt neunzig nicht näher benannte weitere Flächen als sogenannte nächste Stufe angekündigt. Und hier beginnt das Problem: wenn schon „Tabus“ gebrochen werden ist doch auch die Frage entscheidend, wie diese Flächen über das Stadtgebiet verteilt sind, nicht nur im Westen, auch im Osten. Wie ist es möglich, eine gleichmäßige soziale Mischung in möglichst allen Stadtteilen zu erreichen?

„Die zukünftigen Bauvorhaben werden die Stadt verändern, Akzeptanz erhalten Gemeinderat und Verwaltung aber nur, wenn Flächen ausgewogen über die Stadt verteilt sind, Erholungsflächen etc. nicht komplett verschwinden und vor allem bezahlbarer Wohnraum entsteht“, so Stadtrat Ernst Lavori.

Das Thema betrifft aber nicht nur städtische Grundstücke: auch Land, Bund, Stiftung bzw. weitere Körperschaften des öffentlichen Rechts verfügen über Grundstücke, die in die Überlegungen miteinbezogen werden müssen.

Deshalb ist die Position der SPD-Fraktion: Entwicklung der genannten fünf  Baugebiete und gleichzeitig die vorrangige Vorbereitung weiterer Flächen in städtischem bzw. öffentlichem Besitz befindlicher Grundstücke für den preiswerten Wohnungsbau.