Freiburg – Stadt für alle

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 567

Freiburg, 13.01.2012

Die Stadt hat wieder Konjunktur
Auch im zurückliegenden Jahr wurde deutlich, dass das attraktive Angebot der Stadt Menschen jeden Alters nach Freiburg zieht. Die Zeiten der Stadtflucht scheinen vergessen und die Stadt erfreut sich in der Akzeptanz der Menschen großer Beliebtheit. Die SPD-Fraktion nimmt dies wohlwollend zur Kenntnis, stellt aber auch fest, dass dies gleichzeitig eine Herausforderung für die Kommunalpolitik ist. „Die Menschen wollen in der Stadt leben. Unsere Aufgabe als Mitglieder des Gemeinderats ist es, dies auch zu ökologisch vertretbaren und finanziell tragbaren Bedingungen zu ermöglichen“, so SPD-Fraktionsvorsitzende Renate Buchen.

Der Blick auf die Themenliste des Gemeinderats für das Jahr 2012 zeigt, dass die Wohnungspolitik zentrales Thema des neuen Jahres sein wird.

Der umfängliche interfraktionelle Antrag für ein Handlungsprogramm für mehr Wohnungsbau und sozial gemischte Stadtteile geht auf eine Initiative der SPD-Fraktion zurück. „Wir gehen davon aus, dass alle Punkte von der Verwaltung so abgearbeitet werden, dass wir dann ein neues Kapitel in der Wohnungsversorgung der Stadt aufschlagen können“, so Walter Krögner, stellv. Fraktionsvorsitzender und wohnungspolitischer Sprecher der Gemeinderatsfraktion. Seit längerem sei klar, dass die im aktuellen Flächennutzungsplan (FNP) ausgewiesenen Wohnbauflächen nicht ausreichen werden, um den großen Wohnungsbedarf zu befriedigen. Mit Sorge sieht die SPD-Fraktion aber auch die Umwandlung größerer Wohnbestände wie z. B. in der Unterwiehre in modernisierte Eigentumswohnungen. Deshalb fordert die SPD die Erarbeitung einer Vorkaufssatzung, um Umwandlung im großen Stil zu verhindern. „Wir benötigen nicht nur Neubauwohnungen, wir benötigen auch mehr Bestandswohnungen in der Verfügungsgewalt sozial verantwortlicher Wohnungsunternehmen“, so Krögner.

Anonyme Bewerbungen bei der Stadt ermöglichen

Stadt für alle bedeutet auch Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt: Die SPD-Fraktion fordert die Verwaltung auf, bei Stellenausschreibungen der Stadt das „Anonymisierte Bewerbungsverfahren“ durchzuführen. So bekommen marginalisierte Bevölkerungsgruppen einen verbesserten Zutritt zum Arbeitsmarkt und auf diese Weise die Chance, deren spezielle Potenziale für die Stadt als Arbeitgeberin nutzbar zu machen. „Merkmale wie z. B. Name, Foto, Nationalität oder Herkunftsland dürfen bei Stellenausschreibungen kein K.O.-Kriterium sein“, so Krögner.