Freiburger Stadtbau vergleicht einmal mehr Äpfel mit Birnen

Zur gestrigen Pressemitteilung der Freiburger Stadtbau („Freiburger Stadtbau passt zum 1. Juni 2015 die Mieten von 1.119 Wohnungen an“) erklärt die SPD-Fraktion:

„Wir nehmen die Pressemitteilung der Freiburger Stadtbau (FSB) zur Kenntnis“, so SPD-Stadtrat Walter Krögner, der auch Aufsichtsratsmitglied der Freiburger Stadtbau ist.

Die FSB ist eine 100%-ige Tochter der Stadt Freiburg und sollte als solche das Hauptinstrument zur Sicherstellung bezahlbarer Mietwohnungen sein. Es ist gut, dass der Gemeinderat dereinst beschlossen hat, dass die Mieten in geförderten Wohnungen 25% unter dem Mietspiegel zu liegen haben.
„Der Bereich der „freifinanzierten“ Wohnungen vergrößert sich kontinuierlich um die aus der Sozialbindung fallenden Wohnungen. Trotzdem müssen sie weiterhin preiswerte Wohnungen unterhalb der Mietspiegelmiete bleiben und nicht, wie von der bisherigen Aufsichtsratsmehrheit gefordert mit, Mieterhöhungen von 15% an die Mietspiegelmiete herangeführt werden“, so Renate Buchen, SPD Fraktionsvorsitzende.

FSB vergleicht Äpfel mit Birnen

Wenn die FSB-Geschäftsführung nun zum wiederholten Mal behauptet, dass die FSB mit ihren Mieten unter dem Mietspiegel läge, wird diese Behauptung durch die alleinige Wiederholung nicht richtiger. Wenn ins Feld geführt wird, dass die Durchschnittsmiete der FSB unter der Mietspiegelmiete läge, so vergleicht sie Äpfel mit Birnen. Die durchschnittliche Miete nach Mietspiegel setzt sich zusammen aus Mieten aller Preissegmente, also auch der gehobenen. Es ist bekannt, dass die FSB derartige Wohnungen nicht in ihrem Angebot führt und also selbstverständlich auf Grund des niedrigeren Qualitätsniveaus der Wohnungen auch eine niedrigere Durchschnittsmiete zu erwarten ist.

Was ist der Durchschnitt?

Eine Hand im Eiswasser- die andere Hand auf der Herdplatte. Im Durchschnitt ist die Temperatur doch ganz erträglich. So rechnet die Stadtbau immer wieder gern mit der Bekanntgabe ihrer Durchschnittswerte der Mieterhöhungen oder beim Vergleich ihrer Durchschnittsmiete mit der Durchschnittsmiete aus der Mietspiegelerhebung. Leider lässt die FSB die Darstellung der Bandbreite ihrer Junimieterhöhungen vermissen.

Die SPD-Fraktion hat deshalb im Rahmen einer Anfrage an den Oberbürgermeister um Auskunft zur konkreten Ausgestaltung der Mietanpassungen gebeten. Die Stadtbau ist kein privates Wohnungsunternehmen und als solches dem Allgemeinwohl verpflichtet. Dazu gehört auch die Vermietung zu günstigeren Konditionen als Marktmieten. 

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