Gagfah-Wohnungen in Freiburger Hand

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 570

Freiburg, 24.02.2012

Seit mehreren Wochen wird über die Zukunft der Wohnhäuser in der Sautierstraße, in der Stefan-Meier-Straße und im Rennweg, die sich im Eigentum der Gagfah befinden, diskutiert. Die Gagfah will verkaufen, die Wohnhäuser sind zur Veräußerung vorgesehenen. Gleichwohl geht es dann auch um die Frage des Verkaufs des Erbbaugrunds der Liegenschaften, der nach wie vor im Eigentum der Stadt steht. Die Stadt entscheidet also, ob sie an einen potentiellen Erwerber der Gebäude auch die Grundstücke verkauft oder nicht. Möglich ist auch, dass der Grundstückseigentümer sich ein Vorkaufsrecht einräumen lässt. 

Verkauf zunächst auf Eis gelegt
Der Erste Bürgermeister Neideck hatte zunächst vorgeschlagen, die Grundstücke an die an die Südwert zu verkaufen, wenn diese die Häuser von der Gagfah erwirbt. Die Südwert hat generell das Ziel, Wohnungen zu privatisieren. Die SPD-Fraktion hat über verschiedene Initiativen versucht, den Verkauf zu verhindern. Mehrere Fraktionen hatten wohl Bauchschmerzen mit der Veräußerung, und nachdem daraus eine unübersichtliche Stimmungslage im Gemeinderat entstand, zog der Neideck die Abstimmung zurück.

Die SPD-Fraktion und die Unabhängigen Listen wollen, dass diese Wohnhäuser der Spekulation zu entzogen werden und in die Zuständigkeit lokal verankerter, bestandshaltender Wohnungsunternehmen übergehen.

Gemeinderat soll über Alternativen entscheiden
Deshalb haben beide Fraktionen nun beantragt, das Thema in den Gemeinderat zu bringen. „Wir wollen, dass die Wohnungen im Falle eines Verkaufs z.B. an die Wohnungsbaugenossenschaften gehen und über eine grundbuchrechtliche Absicherung langfristig dort verbleiben“ so Walter Krögner, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Ebenfalls Gegenstand des Antrages: Sollte die Veräußerung an eine Wohnbaugenossenschaft nicht gelingen, wird die Stadt über die Freiburger Stadtbau versuchen, die Häuser von der Gagfah zu erwerben. Ein weiterer Versuch also, die Privatisierung von Mietwohnungen in Freiburg zu verhindern. Die derzeitige Stimmung im Gemeinderat könnte dieses Ziel wahr werden lassen.