Höchste Zeit für neue Wohnbauflächen - für bezahlbare Wohnungen!

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 575

Die Veranstaltung des Freiburger Bündnisses für Wohnungsbau im Dezember 2011 brachte es auf den Punkt: Freiburg braucht mehr Flächen für den Wohnungen. Diese Forderung hat sich nun auch auf breiter Basis im Gemeinderat durchgesetzt. Eine Mehrheit aus CDU, SPD, FDP und Freien Wählern hat mit ihrem Vorschlag, eine neue große Fläche für 5.000 Wohnungen zu erschließen, den Anstoß für die notwendige Diskussion gegeben. Die ersten Reaktionen aus der Verwaltung und von anderen Fraktionen stimmen uns optimistisch.

Die SPD-Fraktion hat die reduzierten Flächenansätze für den Wohnungsbau des aktuellen Flächennutzungsplans stets mit Skepsis betrachtet, denn Freiburg wächst und wächst: Durch Zuzug und „aus eigener Kraft“. Die Menschen wollen in der Stadt leben. 
Für die SPD in Freiburg bedeutet dies, dass wir hier unsere Aufgaben erledigen und hier für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen müssen. Freiburg darf sich nicht  aus der Verantwortung stehlen und mit dem Finger auf die Umlandgemeinden zeigen. Wir wollen auch keinen Zaun um die Stadt ziehen.

Die Mischung muss stimmen
Wichtig ist die Balance zwischen den Wohnungsmarktsegmenten:  Es wird den Menschen mit kleinem Geldbeutel wenig nutzen, wenn viele Luxuswohnungen neu entstehen. Auch die Behauptung, dass preiswerte Wohnungen frei werden, wenn neue teurere Wohnungen entstehen und bezogen werden, ist nicht mehr als eine Hoffnung. Wir brauchen eine umfassende Wohnungsmarktanalyse, die einen Hinweis darauf liefern kann, wie viele Wohnungen in welchem Preissegment fehlen.

Die Konzentration allein auf die sogenannten Innenentwicklungsflächen ist jedenfalls nicht geeignet, um die große Zahl an benötigten Wohnungen für Freiburg sicherzustellen. Man geht davon aus, dass die größte Lücke im Bereich des bezahlbaren Wohnens besteht. Für uns bedeutet dies:

- Erhaltung preiswerter Mietwohnungen im öffentlichen Bestand, Erhalt und  Erwerb von langfristigen Belegungsrechten.

- Sicherstellung, dass in Neubaugebieten ein spürbarer Anteil preiswerter Mietwohnungen entsteht. In München etwa müssen 50% der Wohnungen in Neubaugebieten sozialen Kriterien entsprechen. 

Mit dem interfraktionellen Vorstoß haben wir einen Auftakt gemacht. Konkrete Beschlüsse des Gemeinderates werden folgen müssen.