"Mehr Chancengleichheit durch anonymisierte Bewerbungen"

Pressemitteilung vom 12. Juni 2012

Die SPD-Fraktion hat heute den Oberbürgermeister aufgefordert, die Anwendung des Instruments der anonymisierten Bewerbung im Personalbereich der Stadt Freiburg zu prüfen. Die Fraktion ist der Meinung, dass die Stadt als öffentliche Einrichtung eine Vorbildrolle für den Freiburger Arbeitsmarkt einnehmen sollte.

“Mit anonymisierten Bewerbungsverfahren sollen vorschnelle Rückschlüsse und (oftmals unbewusste) Vorurteile aufgrund bestimmter persönlicher Merkmale der Bewerbenden vermieden werden. Dieses Ziel stellt sich bereits unmittelbar nach Einführung der anonymisierten Bewerbungsverfahren ein. Die Anonymisierung rückt die Qualifikation der Bewerbenden in den Mittelpunkt und stellt somit eine objektive Bewerberauswahl sicher.“ So beschreibt es ein Leitfaden der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Eine mögliche Vorauswahl bei Bewerbungen aufgrund von Merkmalen wie Name, Geschlecht, Nationalität und Geburtsort, Behinderung, Alter, Familienstand oder aufgrund des Bewerbungsfotos ist dann nicht mehr möglich.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat hierzu 2009 eine Pilotstudie durchgeführt. An der 12-monatigen Studie waren mehrere in Deutschland ansässige Unternehmen, sowie das Bundesfamilienministerium und eine Kommune beteiligt. Die Ergebnisse waren durchweg positiv. Die Personalverantwortlichen in allen Einrichtungen waren von der leichten Umsetzung der Anonymisierung überrascht und konnten keinen erheblichen Mehraufwand feststellen.

“Wir glauben, dass mit diesem Verfahren zu einer moderneren und zeitgemäßeren Personalpolitik beitragen kann, die mehr Chancengleichheit ermöglicht“ so Walter Krögner, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion.

>> zum Schreiben an den Oberbürgermeister