Plan B für die Wiehre – Für eine Innenentwicklung mit Augenmaß

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 585

In der Wiehre wird es immer enger, dass zeigt nicht zuletzt die Diskussion um die geplante Bebauung des Maria Hilf Areals. Bei immer weiter steigenden Wohnungspreisen gerät mittlerweile jede freiwerdende Fläche in das Visier von Investoren. Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Der manchmal mantrahaft vorgetragenen Nachverdichtungsidee folgend, sollen innerstädtische Flächen den Vorzug vor der Außenentwicklung erhalten; mit teilweise erheblichen Folgen für das bestehende Stadtteilleben.

In der Wiehre werden dabei nicht nur historisch gewachsene Strukturen in Frage gestellt, sondern darüber hinaus wichtige Naherholungsräume unwiederbringlich versiegelt. Auch kleinklimatische Aspekte, wie sie zuletzt stärker ins Bewusstsein gerückt sind, finden kaum Berücksichtigung. Leider kann auch das häufig angebrachte wohnungspolitische Argument, hier würde dringend benötigter Wohnraum entstehen, nicht verfangen. Die Idee, dass durch die neuen Luxusobjekte – denn andere Wohnungen können bei den lokalen Grundstückspreisen kaum entstehen – an anderer Stelle preisgünstiger Wohnraum frei („Sickereffekt“) werden würde, erinnert fatal an die Mär, wonach niedrigere Steuern für Reiche letztlich den weniger Begüterten zugute kommen würde. Für eine soziale Mischung bleibt es unumgänglich, dass die Stadt selbst ein Wohnungsangebot im Freiburger Osten bereitstellt und hält bzw. genossenschaftliche Wohnprojekte gefördert werden.

„Wir lehnen Innenentwicklungsmaßnahmen nicht ab“, stellt Hans Essmann, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion klar, „aber diese müssen endlich mit mehr Augenmaß vollzogen werden.“ Leider fehlen dafür an vielen Stellen bisher die baupolitischen Instrumente: weite Teile der Wiehre sind nicht mit einem Bebauungsplan belegt. „Wir müssen die Bebauung nachhaltig steuern können“, so Kai-Achim Klare, Stadtrat und SPD-Ortsvereinsvorsitzender in der Wiehre, „daher brauchen wir einen B-Plan für die Wiehre.“ In einem ersten Schritt hat die SPD-Fraktion daher den Baudezernenten gebeten, die Möglichkeit der Erstellung eines Bebauungsplans für das umfassende Areal im Bereich Maria Hilf zu prüfen.