Riesenerfolg Sozialticket – trotz Bremser an der Rathausspitze

Amtsblatt-Artikel Nr. 714, vom 02.03.2018

Seit Oktober 2016 gibt es in Freiburg ein Sozialticket, nun liegt die erste Auswertung als Drucksache vor. „Die Evaluierung zeigt uns, dass die Einführung goldrichtig war und viele Menschen mit kleinem Geldbeutel davon profitieren“, so Stefan Schillinger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

2016 hatte der Gemeinderat beschlossen, dass die Stadt bei der nicht übertragbaren Regiokarte, die regulär 54 Euro kostet, 20 Euro zuschießt und für eine 2X4-Fahren-Karte, die regulär 16,60 Euro kostet, rund 8 Euro dazu gibt. Die Ermäßigung erhalten Bezieherinnen und Bezieher von Hartz IV, Arbeitslosengeld, Asylbewerber und Wohngeldempfänger.

Den Weg frei für das Sozialticket hatte eine knappe Gemeinderatsmehrheit von SPD, UL, JPG, FL/FF, FW und FDP gemacht. Der Oberbürgermeister sowie die Fraktionen der Grünen und der CDU hatten es bis kurz vor Schluss abgelehnt. Befürchtet wurden vor allem enorme Kosten.
Die Evaluierung zeigt nun, dass diese deutlich geringer sind als von der Verwaltung prognostiziert: Die Maximalkosten wurden zunächst auf 2,2 Millionen Euro taxiert und in den Haushalt wurden 1,85 Millionen Euro eingestellt. Tatsächlich kostete das Ticket im ersten Berechnungszeitraum aber nur 1,1 Millionen Euro. Damit ist das Sozialticket rund 40% günstiger als geplant.

Von vielen in Anspruch genommen

„Die Evaluierung zeigt uns aber vor allem: Die Einführung war ein richtiger und notwendiger Schritt. Freiburg ist für viele Menschen zu teuer, fast die Hälfte aller Berechtigten hat Coupons für das Sozialticket beantragt“, so Renate Buchen, Fraktionsvorsitzende. Nicht alle beantragten Coupons werden auch eingelöst. Nach Einschätzung der VAG hängt eine Einlösung von Witterung, tatsächlicher Fahrtnotwendigkeit oder vorhandenen Geldmitteln ab.

Die Drucksache zeigt auch, dass es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den zuständigen Ämtern, dem Jobcenter und der VAG gelungen ist, das Projekt zügig und zuverlässig umzusetzen. „Die gute Öffentlichkeitsarbeit und die schnelle Arbeit in den beteiligten Dienststellen haben sicher hierzu beigetragen. Dafür möchten wir uns bei allen Beteiligten bedanken“, so Stefan Schillinger.