Sonntagsruhe ist „ein Geschenk des Himmels“

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 560

Freiburg, 23.09.2011

SPD-Fraktion spricht sich klar gegen einen verkaufsoffenen Sonntag in Freiburg aus. 
Wenn am Donnerstag an der Herz-Jesu-Kirche im Stühlinger für die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) und den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der evangelischen Landeskirche ein großes Transparent mit der Inschrift „Sonntag, ein Geschenk des Himmels“ angebracht wird, dann wird damit für viele Freiburgerinnen und Freiburger (und viele Besucher Freiburg während des Papstbesuchs) sichtbar, was auch für die SPD-Fraktion unverrückbar bleibt: Der Sonntag bleibt heilig. 
„Wir werden alles daran tun, dass der Sonntag ein Ruhetag bleibt. Uns geht es dabei vor allem um den Schutz der Familien der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Einzelhandel. Gleichwohl respektieren wir auch den christlichen Wert der Ruhe „am siebten Tage“ so Stadtrat Jürgen Höfflin. 

Die SPD-Fraktion bezieht damit eindeutig Position zum Vorstoß des Ersten Bürgermeisters Neideck, der einen verkaufsoffenen Sonntag als Ausgleich für möglicherweise entgangene Umsätze anlässlich des Papstbesuches vorgeschlagen hat.

“Erster Bürgermeister zynisch“ 
„Es ist an Zynismus nicht zu überbieten, dass sich Neideck für seinen neuerlichen Versuch, verkaufsoffene Sonntage in Freiburg einzuführen, ausgerechnet den Papstbesuch ausgesucht hat“, so Fraktionsvorsitzende Renate Buchen. Besonders verärgert hat Buchen die Tatsache, dass der Erste Bürgermeister den Vertretern des Hauptausschusses im Freiburger Gemeinderat lang und breit den aktuellen Stand der Vorbereitungen des Papstbesuches erläutert hat, um einen Tag später im Rahmen einer Pressekonferenz ganz nebenbei die Idee des verkaufsoffenen Sonntags zu verkünden.  Weil die Stadt seitdem nichts mehr verlautbart hat, hat die SPD-Fraktion heute im Rahmen einer Anfrage über das weitere Vorgehen bzw. über den Verbleib der Idee des „EBM“ erkundigt. „Am besten im Mülleimer“, so Buchen.

Verwunderung über die CDU-Fraktion

Verwundert zeigt sich die SPD-Fraktion über den Vorstoß von CDU-Stadträten, die sich für einen einmaligen verkaufsoffenen Sonntag nach dem Gottesdienst ausgesprochen haben. 
Als „völlig an den Haaren herbeigezogen“ bezeichnet Höfflin die Aussagen der CDU-Kollegen Sander und Bock: „Warum ausgerechnet die Gastronomen vom Papstbesuch nicht profitieren sollen und mit Umsatzeinbußen rechnen müssen, das bleibt das Geheimnis von Daniel Sander. Wenn sich ca. 100.000 Menschen in der Stadt aufhalten, dann werden die Lokale gefüllt sein – und das nicht nur an einem Tag. In gleichem Maße naiv ist die Einschätzung von Stadtrat Bock, dass kein Präzedenzfall geschaffen werden soll.“ Jürgen Höfflin sieht darin ebenso wie der Vorstand der KAB einen Dammbruch: „Die CDU möchte den Sonntag als Ruhetag anscheinend auf dem Altar des Papsbesuches opfern.“ 

C wie Kommerz
„Möglicherweise gilt für die CDU-Fraktion in Freiburg mittlerweile „C wie Kommerz““, so Fraktionsvorsitzende Renate Buchen in Anlehnung an den CDU-Slogan „C wie Zukunft“ im Landtags- Wahlkampf im Mecklenburg-Vorpommern.