Spielstätte für Freie Tanz- und Theatergruppen – Entscheidung für ein dauerhaftes Projekt

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 573

Nach einem intensiven Gespräch mit der Kulturverwaltung sahen außer der UL alle Fraktionen im Freiburger Gemeinderat in der Sicherung des Theaters am Martinstor als Spielstätte für Freie Tanz- und Theatergruppen keine nachhaltige Lösung. Die Stadt hätte in 2012 für die Miete 30.000 € aufbringen, dazu in Schallschutzmaßnahmen in Höhe von mindestens 25.000 € investieren müssen. Ab 2013 wären dann für die Anmietung jährlich 60.000 € fällig geworden- und das lediglich für einen Theatersaal ohne Probe- und sonstige notwendige Räume. Das eigentliche Problem der freien Szene, das Fehlen ausreichend dimensionierter Aufführungs- und Proberäume für eine Vielzahl freier Tanz- und Theatergruppen wäre dadurch nicht –dauerhaft- gelöst worden.

Die SPD-Fraktion hatte sich dafür stark gemacht, alle Möglichkeiten zu prüfen, das Theater am Martinstor zu erhalten. Sie bedauert, dass diese traditionelle Spielstätte freier Tanz- und Theatergruppen nicht weiter existieren kann. Doch muss bei der finanziellen Unterstützung privater Institutionen mit öffentlichen Geldern, auch im Kulturbereich, Aufwand und Nutzen im Auge behalten werden. Aus Sicht der SPD-Fraktion wäre ein institutioneller Zuschuss an den Trägerverein des Theaters am Martinstor nicht zu rechtfertigen. 

„Es ist also mit Nichten „eine starre und unflexible Haltung“ derjenigen, die eine Förderung unter den gegebenen Umständen ablehnen – wie die UL anklagt – sondern Ausweis eines verantwortlichen Umgangs mit öffentlichen Geldern“ hält ihr der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hans Essmann, entgegen. 

Der Neubau einer Spielstätte für die freie Theater- und Tanzszene am Kulturpark in der Haslacher Straße, der sich in einem fortgeschrittenen Planungsstadium befindet, entpuppt sich für Hans Essmann hingegen als Lösung des Problems. Das wäre dann in der Tat ein optimaler Standort für die freien Gruppen –gegenüber dem E-Werk. 

Zwischenzeitlich ist die Kulturverwaltung gefragt, die durch Wegfall des Theaters am Martinstor „heimatlos“ gewordenen freien Tanz- und Theatergruppen bei der Suche nach Ersatzräumen tatkräftig zu unterstützen. Sie sollten nicht „im Regen stehen gelassen“ werden, denn für den Verlust der Spielstätte im Martinstor können sie am allerwenigsten.

Hans EssmannHans Essmann