Tariferhöhungen ohne Augenmaß

Amtsblatt-Artikel, Ausgabe Nr. 597

Derzeit steht eine neue Preisrunde bei den RVF-Tarifen auf der Tagesordnung der zuständigen Gremien.

In diesem Jahr sollen vor allem die Zeitkarten erhöht werden. Völlig überzogener Ausreißer nach oben ist dabei das Semesterticket, das sogar um 12,7 % teurer werden soll. Bei einer Inflationsrate im ÖPNV von rund 2,19 % sind solche Preisanpassungen selbst bei streng unternehmerischer Betrachtung kaum nachvollziehbar.

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Gemeinderatsfraktion, Kai-Achim Klare, sieht darüber hinaus die sozialen und ökologischen Ziele der Freiburger Verkehrspolitik in Gefahr: „Unser erklärtes Ziel war es bisher, durch ein attraktives Regio-Karten-Preismodell, Menschen mit unterschiedlichen finanziellen Voraussetzungen zur Nutzung des ÖPNV zu bewegen, nicht zuletzt aus Gründen des Klimaschutzes. Dass wir jetzt gerade die Studierenden über Gebühr belasten ist ein Treppenwitz.

Der Gemeinderat kann nicht autark über die Tarifstruktur im RVF entscheiden, insofern wird das Gremium demnächst die Erhöhung wieder nur zur Kenntnis nehmen dürfen.

Die SPD-Gemeinderatsfraktion kritisiert deutlich die geplante Erhöhung und fordert deshalb die Partner im RVF auf, die Preiserhöhung zurückzunehmen.

Schon bei der "Kenntnisnahme" der letzten „Tarifrunde“ im Jahr 2012 hat die SPD-Fraktion über einen Antrag versucht, Qualitätsverbesserungen zu erreichen, die die Erhöhung der Tarifrunde wenigstens über ein besseres Angebot abdämpfen: Die Fraktion wollte eine Umstellung der Mehrfahrkarte (zukünftig 12 Karten zum Preis von 10), die Ausweitung der Mitnahmeregelung für die Regiokarte auf Werktage (ab 19:30 Uhr) sowie die Einführung einer Klassenfahrtfahrkarte zum Preis von 25 € (mit der eine Lehrkraft die gesamte Klasse, unabhängig von deren Größe, mitnehmen kann). Diese vergleichsweise aufwandsarmen und kostenmäßig relativ harmlosen Änderungen in der Angebotsstruktur als Ausgleich für die Tarif-Erhöhung fanden aber leider keine Mehrheit.