Umbenennung des bisherigen Platzes der alten Synagoge in Platz der zerstörten Synagoge

Schreiben der SPD-Fraktion an den Oberbürgermeister vom 06.07.2017

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Salomon,

mit der Sitzung des heutigen Kulturausschusses beginnt der konkrete Beratungslauf für die Umbenennung von Straßen in Freiburg.

In Verbindung mit der Neugestaltung des Platzes zwischen Universität und KG II-Gebäude hatte der Leiter der Historiker-Kommission zur Überprüfung der Straßennahmen, Herr Prof. Martin, den von Ihnen begrüßten Vorschlag unterbreitet, den bisher „Platz der Alten Synagoge“ genannten Platz in „Platz der zerstörten Synagoge“ umzubenennen.

Der Begriff Platz der Alten Synagoge erweckt den Anschein, dass an jedem Platz ein aus welchen Gründen auch immer nicht mehr benötigtes Gotteshaus gestanden habe. Die euphemistische bisherige Benennung täuscht darüber hinweg, was tatsächlich geschah, nämlich die Zerstörung des Gotteshauses der jüdischen Bevölkerung Freiburgs als Teil des Vernichtungszuges des nationalistischen Deutschen Reiches.

Mit der Umbenennung in „Platz der zerstörten Synagoge“ könnte die Stadt Freiburg allein schon durch die deutliche und eindeutige Benennung nach dem, was geschah, einen echten Denk- und Diskussionsanstoß für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, aber auch für die Besucher_innen liefern und somit einen Beitrag zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit leisten.

 

Angesichts der nahenden Platzeröffnung bitten wir Sie deshalb um Unterstützung, dem Platz den der Geschichte gerecht werdenden Namen „Platz der zerstörten Synagoge“ zu geben und schlagen vor, diese Umbenennung in die Diskussion einzubringen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Walter Krögner                                   Renate Buchen

Stadtrat                                              Fraktionsvorsitzende