Wohnungen UND Kleingärten

Amtsblatt Artikel vom 20. Mai 2016

In der vergangenen Woche wurde das Fundament für den Bau von bis zu 1.000 neuen Wohnungen im Stühlinger gelegt. Das Baugebiet „Stühlinger West“ ist dabei die erste von fünf zu entwickelnden Flächen in der Stadt Freiburg, mit denen die große Wohnungsnot möglichst zügig bekämpft werden soll.

Doch konfliktfrei ist keine der fünf Flächen. Dies zeigt gleich das zukünftige Baugebiet „Stühlinger West“. Bisher befinden sich hier viele Kleingärten und ihren Erhalt hatte der Gemeinderat noch mit den Stadtteilleitlinien beschlossen. „Die Bürgerinnen und Bürger sind zu recht enttäuscht“, so Ernst Lavori, SPD-Stadtrat. Und weiter: „Wir sind uns der Bedeutung von Kleingärten sehr bewusst, wir kennen ihre soziale und ökologische Bedeutung. Die Gründe für die Entstehung von Kleingärten sind heute noch die gleichen wie vor über hundert Jahren.“

In der Abwägung die Wohnungsnot zu lindern und andererseits Kleingärten zu erhalten haben SPD und UL einen Antrag eingebacht, dass so viele Kleingärten wie möglich in Kleineschholz Süd erhalten bleiben sollen. Zudem soll für wegfallende Gärten ein konkreter Ersatz angeboten werden.

Die beiden Anträge hat die Verwaltung übernommen. Aufgabe für die SPD ist, im Planungsverlauf darauf zu achten, dass die Zusagen nun auch eingehalten werden. Zudem wird der Bedarf an Kleingärten im Stadtgebiet insgesamt, sowie andere gärtnerische Nutzungen noch in diesem Jahr untersucht werden.

Im Baugebiet „Stühlinger West“ gilt es nun vor allem, möglichst viel bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Der Mangel an solchen Wohnungen in Freiburg ist riesig, alleine der Stand der Wohnungssucherdatei beträgt derzeit ca. 1.800 Meldungen mit – eigentlich sofortigem – Anspruch auf eine geförderte Wohnung. „Uns ist es besonders wichtig, dass wir hier Wohnraum für alle realisieren. Freiburg muss sich jeder leisten können“, so Renate Buchen, Fraktionsvorsitzende. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass möglichst viel und günstiger Wohnraum geschaffen wird.“